Es ist der Frühling der «Kimologie». Wie einst Kreml-Kenner über das Sowjetreich rätselten, versuchen derzeit allerlei Spezialisten, Kim Jong Uns Apokalypse-Gebärden zu deuten. Jeder Ansatz endet zwangsläufig im Nichts. Niemand kennt Nordkoreas Erbdiktator. Selbst in Südkorea, das seit Jahrzehnten mit dem Drohfeuerwerk konfrontiert ist, gelten die Kims als Änigma.
Korea ist nicht bloss eine gespaltene Insel, seit über siebzig Jahren in zwei Systeme geteilt, die unterschiedlicher nicht sein Âkönnten. An der Spitze stehen jeweils zwei ÂFamilien, die sich wie in Âeinem shakespeareschen Königsdrama rivalisieren: das Haus Kim gegen das Haus Park.
Begonnen hatte die Fehd ...