Selten hat man einen spontaneren, freundlicheren, humorvolleren Politiker getroffen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit beherrscht die Kunst der zwanglos wirkenden Freundlichkeit. Selbst Kritiker und Gegner entwaffnet der 53-jährige SPD-Mann mit einer Mischung aus Understatement, Selbstironie und Schlagfertigkeit. Wo er politisch wirklich steht, wissen wenige. Es kann vorkommen, dass er sich in Fernsehsendungen zu linkspopulistischen Ausfälligkeiten düsterster Machart versteigt. Handkehrum bringt er es fertig, einer Gruppe von zugereisten internationalen Unternehmern und Finanzinvestoren, die ihn im Roten Rathaus besuchen, den Eindruck eines radikalliberalen Reformers zu ve ...