Es war einmal eine reiche Insel in den Grossen Antillen. Ihre Farmer waren dermassen produktiv, dass sie selbst im fernen Grossbritannien vom bekanntesten Ökonomen aller Zeiten als Vorbilder gerühmt wurden. Haiti sei die wichtigste der Zuckerkolonien in Westindien, schrieb Adam Smith 1776 in seinem Klassiker «Der Reichtum der Nationen». Am Ende des 18. Jahrhunderts kamen 60 Prozent des Kaffees und 75 Prozent des Zuckers, die damals in Europa konsumiert wurden, aus Haiti.
Die Kolonialherren in Paris durften sich freuen. Haiti mit seinen Tausenden von Gewinn abwerfenden Plantagen, wo neben Zuckerrohr und Kaffeebohnen auch Baumwoll- und Indigopflanzen wuchsen, war ihr lukrativstes Besitztu ...