Improvisierte Solokonzerte geben, sagte Keith Jarrett einmal, sei «wie nackt auf die Bühne treten». Da war er mit dieser exhibitionistischen Spezialität auf dem Sprung in den Weltruhm, hatte eben das «Köln Concert» aufgenommen, dessen Auflagezahlen bald Popdimensionen erreichten. Es war der Gipfel eines Trends zum Solo, von Joachim E. Berendt, immer schon dem Zeitgeist eine Synkope voraus, auf einem Konzert im Umfeld der Münchner Olympiade eingeleitet: «Solo Now».
Freilich war Jarrett noch in einer relativ komfortablen Lage. Ein Pianist kann allemal die zwei Seelen in seiner Brust zwischen der linken und der rechten Hand ins Gespräch bringen. Zudem ist das Klavier ein komplettes, ...