Zu seiner Spielart des Free Jazz kam Peter Brötzmann aus der bildenden Kunst. Als Student an der Werkkunstschule Wuppertal wurde er Assistent des Fluxus-Künstlers Nam June Paik. Bildende Kunst war ihm zeitlebens ein zweites Gravitationszentrum. Der radikale Furor seiner entfesselten Power-Musik hatte mit den Performances der Fluxus-Bewegung zunächst mehr zu tun als mit irgendwelchen Jazz-Orthodoxien: kein «Swing», kein Primat der Melodieführung, keine gepflegten harmonischen Anbindungen; vielmehr die pure saxofonistische Gewalt und Gegenwart. Sound bis zum Kippen ins reine Geräusch.
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