Was für ein Wort: Pfeilstorch. Und was für eine Geschichte: Im Frühling des Jahres 1822 wurde an der Mecklenburger Ostseeküste ein Storch gesichtet, in dessen Hals ein achtzig Zentimeter langer Pfeil steckte. Wenn das Tier ruhte, ragte er senkrecht nach oben – wenn es flog, lag das Geschoss waagrecht in der Luft. Das Aufsehen unter der Bevölkerung muss gross gewesen sein, besonders, als die übrigen Störche ihren getroffenen Gefährten «durch Schnäbelung und Ziehen, wiewohl vergeblich, zu befreien suchten», wie das Freimüthige Abendblatt schrieb. Schliesslich wurde der Pfeilstorch «zur Befriedigung der allgemein erregten Neugierde endlich am 21sten Mai d. J. geschossen», berich ...