Wohl selten hat das Fernsehen in Deutschland eine solch unmittelbare Wirkung entwickelt wie 1979 mit der Ausstrahlung der vierteiligen Fernsehserie «Holocaust». Eine amerikanische Fernsehserie von durchaus trivialer Machart schaffte, was zuvor Hunderten von Büchern, Theaterstücken und Dokumentationen in gut dreissig Jahren Nachkriegsgeschichte nicht gelungen war. Nämlich die Deutschen über die in ihrem Namen begangenen Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung so ins Bild zu setzen, dass sie davon bis ins Mark erschüttert waren. In exakt 428 Minuten und 26 Sekunden wurde den Deutschen anhand einer erfundenen, wenn auch historisch untermauerten Spi ...