Der norwegische Autor Jon Fosse ist ein Phänomen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung erklärte vor kurzem den Erfolg der Fossiaden mit einer Verschwörung internationaler Literaturagenten, geschickter Verleger und dem Dramaturgenfilz, der aus Einfallslosigkeit für die Gleichschaltung der Stadttheater sorge. Das ist ein bisschen zu einfach. Fosse liefert einer Generation, die sonst gern mit verkokstem Trash posiert, das utopische Anderswo: eine Welt der existenziellen Nöte. Die bereitet er noch manieristischer auf als Marguerite Duras in ihrem Spätwerk – so taumelt eine Generation zwischen Koks und Kitsch. Beides ist eine Flucht vor den realen Problemen, die sich uns und unserer Identit ...