Er sei von «einem Staunen, ja Schrecken in den nächsten verfallen», bekennt Nikolaus Harnoncourt, gemünzt auf die frühen Sinfonien des acht- bis zwölfjährigen Wolfgang Amadé Mozart – eines Wunderkinds mit der künstlerischen Statur eines Lebensgereiften. Diese Sinfonien, entstanden zwischen 1764 und 1768, hat der Dirigent mit dem von ihm vor fünf Jahrzehnten gegründeten, inzwischen kräftig verjüngten Concentus Musicus Wien eingespielt. Mit all jenem Enthusiasmus, der dem mittlerweile 75-jährigen Musiker von jeher zu Eigen ist. Er muss sein Temperament nicht zügeln, die schnellen Finali rasen ungestüm dahin. Deren Wildheit kontrastiert auffallend mit der lyrischen Verzückung ...