Seit der Antike hält sich zählebig die Behauptung, dass die Besiegten eine bessere Geschichtsschreibung als die Sieger zustande brächten. Das lässt sich mit dem Blick auf die Zeit nach den beiden Weltkriegen von der deutschen Historiografie im Vergleich mit derjenigen der westlichen Siegermächte keineswegs so pauschal-arrogant behaupten, wie diese These sich überhaupt eher als tröstende Legende denn als sachkundige Diagnose erweist. Zugegeben, die deutsche Geschichtswissenschaft hat nach 1945 zu einem derart umstrittenen Problemkomplex, wie ihn etwa Preussen verkörpert, Reinhart Kosellecks Preussenbuch oder Johannes Kunischs Biografie Friedrich des Grossen hervorgebracht.
Doch die er ...