Es war ein Erfolg ohne Ansage: «Die Abstiegsgesellschaft – Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne» heisst das Buch, das Oliver Nachtwey vor dreieinhalb Jahren bei Suhrkamp veröffentlichte. Inzwischen hat es sieben Auflagen erreicht, obschon der Soziologenjargon bei den meisten Buchhandlungsstöberern keinen Kaufimpuls auslösen dürfte. Nachtwey beschreibt in seinem Essay, wie aus der «Gesellschaft des Aufstiegs und der sozialen Integration» eine «Gesellschaft des sozialen Abstiegs, der Prekarität und Polarisierung» geworden sei. Sein Augenmerk richtet er auf Deutschland, sieht aber diesen «fundamentalen gese ...