Protest gegen die Zufälligkeit der Dinge
Imre Kertész: Heimweh nach dem Tod. Arbeitstagebuch zum «Roman eines Schicksallosen». Rowohlt. 144 S., Fr. 33.90
Das Werk von Imre Kertész war vor allem einem Thema gewidmet. In seinen Romanen, Erzählungen, Tagebüchern und Essays hat der 2016 gestorbene ungarische Schriftsteller beharrlich einen Grundzug des Lebens in der Gegenwart ausgeleuchtet, für den er den Begriff «Schicksallosigkeit» geprägt hat: Obwohl dem Menschen kein Weg vorherbestimmt ist, gelingt es ihm nicht, seine Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Ins Räderwerk der Geschichte geraten, lebt der Einzelne nicht nach Massgabe freier Entscheidungen, sondern nach dem Diktat zufälliger Umstände. ...

