Aus Sicherheitsgründen gibt Fernando Araújos Sekretär den genauen Ort des Treffens erst kurz vor dem vereinbarten Termin bekannt: Das Erstklasshotel «Las Américas» in der kolumbianischen Küsten- und Kolonialstadt Cartagena. Der Mann, der während sechs Jahren und drei Monaten Geisel der Guerilla war, lebt in einer zum «Las Américas» gehörenden Wohnung, die aussieht, als wäre sie soeben aufgeräumt und gereinigt worden, nachdem der letzte Mieter ausgezogen ist. Araújo ist mittelgross, drahtig, trägt ein dunkelblaues Poloshirt und zentimeterkurz geschnittene Haare. Er verströmt eine etwas steife, aber niemals unhöfliche Distanziertheit, rückt immer wieder die Brille zurecht un ...