Die Hausfrau oszilliert zwischen Zucker-Barbie und blutverschmierter Lara Croft, der Hausfreund ist ein an Aids erkrankter Metrosexueller, der Hausherr bringt den Knopf seiner Freisprechanlage nicht aus dem Ohr. Es ist gespenstisch, wie fugenlos Ibsens «Nora» in die Gegenwart passt.
Ibsen schilderte vor 130 Jahren im Gründungsdokument des feministischen Dramas den Ausbruch einer respektablen Gattin aus der Enge einer entmündigenden Ehe und der Verlogenheit gedrückter, provinzieller Lebensverhältnisse. Regisseur Thomas Ostermeier verlegt den Geschlechterkampf um gefälschte Kreditbriefe und geheuchelte Intimität in ein Neuberliner Luxus-Penthouse. Die Protagonisten fläzen sich auf st ...