«Was aber schön ist, selig scheint es in ihm selbst.» Heisst es bei Eduard Mörike, dessen 200. Geburtstag unserem geschichtsvergessenen Jahrhundert gerade einen grossen Lyriker ins Gedächtnis ruft, «in ihm selbst»: Da würden die Zuchtmeister der deutschen Sprache, wären sie nicht gerade mit der Gämse befasst, mit dickem Rotstift eine reflexive Wendung einklagen («sich» statt «ihm») und dabei, wie fast immer, den Punkt verpassen, an dem die Sprache kreativ wird. Wie genauer liesse sich die Fraglosigkeit und Selbstbezüglichkeit des Schönen ausdrücken als mit diesem Dativ?
Gleichviel, hier geht’s ohnehin um anderes: um die Vermutung, dass Schönheit grundsätzlich einen Hang ...