«Dessine-moi un mouton». Das Schönste an der aktuellen Ausstellung im Thurgauer Kunstmuseum in Warth ist ihr Titel, ein Zitat aus Antoine de Saint-Exupérys «Petit Prince». Dieser bringt das poetische Potenzial, das, was die Zeichnung im Kern ausmacht, auf den Punkt. Die Möglichkeit, Linien, Kringel, Kreise oder Schraffuren so auf die Fläche zu setzen, dass Hügel, Häuser oder Menschen aus dem Papier emporwachsen, gehört zum Faszinierendsten, was die Kunst zu bieten hat. Erstaunlich ist, dass dieser Effekt wenig mit Kunstfertigkeit oder einer besonders sorgfältigen Ausführung zu tun hat. Die imaginären Welten der Zeichnung entstehen in den Köpfen der Betrachter und können selbs ...