Der Tod war allgegenwärtig. «Die traurige Realität ist etwa so verbreitet wie der Gestank der Sickergrube – und fast ebenso unausweichlich», schreibt der britische Historiker Ian Mortimer in seinem neuen Buch «Shakespeares Welt», das im Sommer auf Deutsch erscheinen wird. Die Pestepidemie von 1603 brachte in London mehr als 32 000 Menschen den Tod bei rund 200 000 Einwohnern.
Doch diese Realität blendete William Shakespeare in seinen Stücken aus. Er wollte die Menschen das Elend vergessen lassen, so dass sie zumindest im Theater eine Weile Zerstreuung fanden. Wenn es denn offen war, denn ähnlich wie heute die Schauspielhäuser im Wes ...