Kein Bruder setzt schöne Glaubenssätze für die Ewigkeit ab, und kein innerlich Beseelter pocht auf humanistische Weisheiten. Keine Glaubens-«Eroica» wütet dahin, stattdessen rollt eine Geduldsprobe ab, quälend beinahe in ihrer rigorosen Ausführlichkeit und doch, trotz der radikal kargen Machart, von faszinierender Überredungskunst: Xavier Beauvois’ zweistündiges Existenzialismus-Exerzitium «Des hommes et des dieux», das sich auf eine wahre Begebenheit aus dem Jahre 1996 stützt. Sieben Mönche lebten damals im algerischen Tibhirine und wurden Opfer islamischer Terroristen. Erst wurden sie als Geiseln genommen, dann ermordet. Der Fall ist bis heute nicht aufgeklärt. Beauvoirs p ...