Barrie Kosky schockiert gerne. Der Regisseur wurde bei der Saisoneröffnung am Zürcher Opernhaus, wo er die selten gespielte Oper «Die Gezeichneten» von Franz Schreker inszenierte, mit viel Applaus bedacht. Der Australier stand auf der Bühne, ein fideler Typ, der vor Freude herumhopste und wie immer etwas schräg aussah – mehrere Ringe an den Fingern, buntscheckige Turnschuhe und Klamotten wie aus der Altkleidersammlung. Nun, modisch befinden wir uns ja heute in der «Anything goes»-Epoche, und auch Intendanten sollen ihre Freiheit haben (Kosky ist Intendant der Komischen Oper Berlin). Doch etwas irritierend war, dass er ein T-Shirt mit dem Bild ...