Am 12. März bricht Sibylle Berg zur Buchmesse nach Leipzig auf. Vorher schickt sie per Twitter eine Kurznachricht hinaus in die Welt: «Leipzig – liegen da irgendwo Nazis rum? Bitte wegräumen, ich komme gleich.»
Leipzig, Dresden, Wien, irgendein Fernsehstudio in irgendeiner Stadt – wo auch immer Berg hinfährt, ihre Fans werden rechtzeitig informiert. Was auch immer die Schriftstellerin gerade denkt, sieht und erlebt, ihre zurzeit 37 300 Follower sollen es erfahren. Mitunter werden sie sogar mit einem Betthupferl-Tweet verabschiedet: «Gute Nacht, ihr Bratzen».
Die «Bratzen», gern auch als «Mäuse» bezeichnet, nehmen solche digitalen Brotkrumen dankbar auf und revanchieren si ...