Vor anderthalb Jahren, als Joachim Gauck noch nicht Bundespräsident war, nannte er die «Occupy Wall Street»-Bewegung «unsäglich albern». Der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung an Märkte entledigen könne, so der Präsident in spe, sei «eine romantische Vorstellung». Es sei ein Irrtum, zu glauben, dass alles gut würde, wenn man das Kapital besiegt habe.
Inzwischen wurde Gauck durch widrige Umstände im Privatleben seines Vorgängers in das höchste Amt der Republik gespült. Und so wie sich Freunde der freien Liebe gleich nach der Heirat in Propagandisten der monogamen Lebensweise verwandeln, so hat auch Gauck mittlerweile eine staatstragende Attitüde angenommen. Dem ...