Es ist tiefe Nacht im kolumbianischen Urwald. Das einzige Licht kommt aus der Laterne von Cornelio, dem Farc-Kämpfer, der uns auf dieser Reise den Weg ins Herz der Guerilla weist. Ein Licht, das jedes Mal, wenn am Himmel der Lärm eines Armeeflugzeugs zu vernehmen ist, hastig ausgemacht wird. Ich versuche zu berechnen, welche Strecke wir bereits zurückgelegt haben, seit wir mit dem Motorboot flussaufwärts und dann im Geländewagen weiter ins Bergland fuhren, bis auch die letzte Strasse aufhörte. Vierzig Kilometer? Fünfzig?
Wir befinden uns im Magdalena Medio, der Hochburg der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc), inmitten eines der grössten Urwälder der Welt. Dieser Teil de ...