Mekka während des Pilgermonats ist lebensgefährlich. Zwar soll Mohammed verheissen haben, der Pilger werde «rein wie ein Neugeborenes» zu den Seinen zurückkehren. Doch das Streben nach Purifikation endet bisweilen im Leichensack; dieses Jahr wurden mehr als 250 Menschen totgetrampelt. Dass eine Zwei-Millionen-Masse nicht komplikationslos durch den Ritualparcours geschleust werden kann, erklärt all die Unglücksfälle nur zum Teil. Ebenso wesentlich ist: Die Mekka-Reise ist eine Grenzerfahrung, während deren der Gläubige alle körperlichen und seelischen Kräfte mobilisiert – bis zur Wallung, bis zur Erschöpfung, manchmal bis zur Katastrophe.
Die Pilgerfahrt der Muslime verhält si ...