Martin Walser hatte ja recht, als er vor zehn Jahren in seiner umstrittenen Paulskirchenrede die ritualisierte Erinnerungskultur in Deutschland kritisierte. Mittlerweile scheint man die im automatisierten Gedenken versteckte Scham aber etwas allzu gründlich überwunden zu haben. Flattert einem doch ein Buch über Joachim von Ribbentrop auf den Schreibtisch, Hitlers Reichsaussenminister, der den Pakt des deutschen Diktators mit Stalin unterschrieb, verfasst vom ältesten Sohn des Diplomaten, Rudolf von Ribbentrop (Ares-Verlag). Über den Autor heisst es, und der Stolz ist greifbar: «diente im Zweiten Weltkrieg als Offizier in der Waffen-SS (u.a. Verwundetenabzeichen in Gold) und war bis zu ...