Ist die pseudodokumentarische Erzählweise ein angemessenes Konzept zur Vermittlung eines brisanten Polit-Stoffes? Kann sie mehr überzeugen als der süffige Rausch mittels Spannung, Kontrast und dramatischer Steigerung? Dokumentarismus wird grundsätzlich mit Fakten assoziiert, mit der nüchternen Recherche eines Ereignisses, das möglichst von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Bedient sich der Regisseur allerdings nur der Masche, um den Schein von Authentizität herzustellen und eine Objektivität vorzugeben, die der Film nicht hat, wird’s fragwürdig. «The Road to Guantanamo» ist so ein Fall, auch wenn er auf der Berlinale als politisches Fanal ausgezeichnet wurde.
Michael Winterb ...