Es muss mit uns, wie mit dem Rheinweine, alle Jahr besser werden», schrieb Goethe am 7. September 1780 an Charlotte von Stein, und in allen drei Punkten war der Geheimrat ein Kenner: was ihn selbst, was die Frauen und was den Rheinwein betraf. Von dem konsumierte er später zeitweise «sechs Bouteillen» täglich, eine Menge, die auch dann an der Grenze zum Alkoholismus lag, wenn man bedenkt, dass die Weine jener Zeit im Alkoholgrad mit den heutigen nicht zu vergleichen waren. Der Inbegriff des Rheinweins aber war, der spätere Eigentümer Fürst Metternich hin oder her, Schloss Johannisberg im Rheingau. So etwas wie die Gralsburg des deutschen Rieslings. Seine edelsüssen Weine sind ...