Das Pathos der grossen Europäer klingt plötzlich hohl. Die europäische Einigung, so hatten die Staatsmänner von de Gaulle, Adenauer und De Gasperi bis Mitterrand und Kohl doziert, sei eine Frage von Krieg oder Frieden. Inzwischen haben die EU-Europäer den Binnenmarkt, gemeinsames Geld und eine politische Union, die grösste Erweiterung der Geschichte steht an, und die Völker sind dabei, sich eine gemeinsame Verfassung zu geben. So viel Europa war noch nie, doch parallel dazu wächst der Unfrieden.
Wo man hinschaut, herrscht Streit: Streit um den Stabilitätspakt, Streit um den Machtausgleich zwischen kleinen und grossen Staaten, Streit um die Irakpolitik, Streit um einen Gottesbezug in ...