Dass sich mit der Figur Otto v. Bismarcks, der nahezu drei Jahrzehnte lang im Zentrum der preussisch-deutschen Politik stand, der weit in das 20. Jahrhundert hineinwirkende Mythos vom genialen «Reichsgründer» verband, ist in der Geschichtswissenschaft seit langem unstrittig. Dennoch fehlte bisher in der nicht abreissenden Flut der Bismarck-Literatur eine präzise Studie, wie der Einfluss dieses zählebigen Mythos nach dem Untergang des Kaiserreichs, also vor allem in der Weimarer Republik und während der nationalsozialistischen Diktatur, weiter zur Geltung kam. Wie eklatant diese alles andere als nebensächliche Problematik vernachlässigt worden ist, lässt sich zur Beschämung der Zeit ...