Eine Inselnation entwickelt sich anders als eine Kultur im Binnenland, ein Bergvolk anders als eine Flusszivilisation. In Russland hat die Geografie einerseits zu einem riesigen Territorium, andererseits zum Scheitern demokratischer Versuche geführt.
Die Geschichte Russlands seit dem Grossfürstentum Moskau ist eine Historie ständiger Expansion: von einem Kleinstaat inmitten nebliger Sümpfe zu einem Land, das noch immer elf Zeitzonen umspannt. Bis heute missverstanden ist der Begriff «Sammeln russischer Erde». Dabei ging es nicht um Eroberungen fremder Landstriche, sondern um die Wiederherstellung der «Kiewer Rus», jenes slawischen Staatenbundes, der von den Mongolen 1240 zerstört wo ...