Der Mensch, der Filme schaut, will Helden sehen; sie verkörpern das Gute. Bloss walkt Hollywood es durch die serielle Wiederaufbereitungsanlage und klopft damit den Sinnrest des Guten heraus. Das Gute ist eben nur gut und lässt sich nicht steigern; das Böse aber hat zumeist Brillanz. Das ist wie mit Cognac und Kamillentee: Der Mephisto im Film, der «bad guy», hat das, was dem Guten fehlt – ein Brennspiegel der Realität zu sein. Weil aber das Kino mehrheitlich eine Happy-End-Anstalt ist, darf das Negative, der Stein auf dem Weg zum (positiven) Ziel, nur in Nebenrollen auftreten. Nicht umsonst hat der Fan sein (positives) Idol als Poster an der Wand – sonst könnte er es ja vergessen ...