Mitte September 2004 im Osten Manhattans, am Ufer des East River, im Hof des Uno-Hauptquartiers steht ein schwarzer Mann, stumm, und läutet die Friedensglocke. Der Mann regt sich kaum, er schaut, wie von einer Wunderheilerin berührt. Sein Blick leuchtet warm, sein Körper scheint sogar ein wenig zu schweben. Kofi Annan, 66, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hat die Delegierten der 191 Mitgliedstaaten nach New York gerufen. In wenigen Minuten wird er unten im Plenarsaal seine Rede halten, es wird eine Mahnrede werden. «In dieser schwierigen Zeit», wird er sagen, «ist die Uno das unverzichtbare gemeinsame Haus der gesamten Völkerfamilie.» Annan spricht mit Vorliebe von der Famili ...