Vreni Giger bekocht ein helles, übersichtliches Lokal in St. Gallen, den «Jägerhof», dessen Besuch ich jedem empfehlen kann, der großen Hunger hat. Vreni Giger hat eine Neigung zum Herzhaften, und sie meint es, wie es in der inzwischen längst vom Cholesterinalarm ausradierten Terminologie der Sechziger-Jahre-Mütter heisst, «gut» mit ihren Gästen. Sie schickte als Appetizer zu ihrem Abendmenü eine Schalottensuppe mit einem extrem kernigen Käseküchlein, und allein dieser Gang schiene jeder Neunziger-Jahre-Mutter, die auf den Umfang ihres Nachwuchses schaut, verdächtig groß geraten. Obwohl ich diese Diagnose nicht teilen würde, und vielleicht gerade weil die Würze des reifen K ...