Saul Bellow (1915–2005) - Vor gut einem Jahr erschien in diesem Blatt ein fulminanter Wiederbelebungsversuch: Er galt Saul Bellow, um den es ruhig geworden war. Einer hatte etwas dagegen: der britische Romancier Martin Amis, auch kein Nobody seiner Zunft, der uns die Tatsache in Erinnerung rief, dass an seinen amerikanischen Kollegen Bellow, den Erfinder von Romanen wie «The Adventures of Augie March» (1953), «Herzog» (1965) und «Humboldt’s Gift» (1975), keiner heranreicht, nicht einmal John Updike oder Philip Roth.
Bellow, Sohn einer russisch-jüdischen Familie, die zwei Jahre vor seiner Geburt nach Montreal einwanderte und später nach Chicago weiterzog, sieht, hört, riecht, be ...