Wenn einer Joseph heisst und aus dem Wallis stammt, erübrigen sich die soziologischen Mutmassungen: Der neue und alte Fifa-Präsident Sepp Blatter ist ein katholisches Gewächs – und vielleicht liegt darin der Schlüssel zu diesem im Grunde völlig unschweizerischen Phänomen.
Seine Wiederwahl schien zunächst keineswegs sicher. Das öffentliche Urteil war gefällt und gnadenlos: Die Fifa sei eine korrupte, sich selbst bereichernde Organisation mit Blatter als listiger Spinne im Zentrum. Besonders die britischen Journalisten schossen sich auf den amtierenden Präsidenten ein: War nicht er dafür verantwortlich, dass die WM 2022 nach Katar statt in die Fussballwiege England vergeben wur ...