Seit er Filme macht, liebt er die Grenzgängerei; nicht nur zwischen Ländern und Kulturen, auch zwischen innen und aussen, dem Ich und der Gesellschaft. Im Erstlingswerk «23» (1998) laviert ein Hacker zwischen Realität und Verschwörung, in «Requiem» (2006) ein Mädchen zwischen Normalität und religiösem Wahn. Hans-Christian Schmids Filme sind gescheit, originell und auf Spannung aus doch zugleich sind sie kleinformatig, geradezu spiessig in ihrer ästhetischen Anmutung. Früher prägte man für diese Art (und der deutsche Film war mehrheitlich so) den scheusslichen Begriff «Amphibienfilm»: einsetzbar im Fernsehen und im Kino. Ein Unding. Es zementierte das Vorurteil, deutscher Fil ...