Herr Messner, diesen Sommer, nach 35 Jahren, wurde die Leiche Ihres Bruders gefunden. Was überwiegt: Trauer? Wut? Genugtuung?Für mich war es keine Überraschung, meinen Bruder auf der Diamir-Seite des Nanga Parbat zu finden, dort, wo wir 1970 zusammen abgestiegen sind. Das nur vorweg. Aber zu Ihrer Frage: Es war sicher eine Erleichterung, mehr noch als eine Genugtuung, nach so vielen Jahren meinen Bruder wieder gefunden zu haben und all jene Lügen zu strafen, die behaupteten, ich hätte ihn auf der anderen Seite des Berges im Stich gelassen, um meinen Ehrgeiz zu stillen. Zumindest für die Familie – für mich, meine Geschwister, meine Eltern – schliesst sich ein Kreis. Günther war 24 ...