Als würde man in die schattigen Bewusstseins-Schluchten der verlorenen Jugend vordringen, die in den 1980er Jahren am Ostseestrand von Leningrad tanzt und badet und säuft, so erschöpft wirkt das Schwarzweiss, mit dem Regisseur Kirill Serebrennikow, 49, das russische Rockmilieu um den legendären Rockstar Wiktor Zoi (Teo Yoo) in «Leto» ablichtet. Seit der gefeierten «Così fan tutte»-Inszenierung in Zürich und dem kürzlich begonnenen Moskauer Prozess wegen Veruntreuung von Geldern ist Serebrennikow ein Thema der Kulturszene, vor allem in Bezug auf die Frage, was im postsowjetischen Reich unter Wladimir Putin kulturell eigentlich noch ...