Kein Zweifel, wir leben in einer Ära galoppierender Mediatisierung, in der Aufmerksamkeit längst zum ultimativen Ziel vieler Prominenter geworden ist. Medientauglichkeit ist nicht nur ein Rekrutierungskriterium für Politiker, sondern schon lange auch für Intellektuelle und Kulturschaffende. Wer präsent sein will, muss sichtbar werden, und auf dem Weg zu diesem Ziel sind alle Mittel recht. Amüsanterweise wird dabei nicht selten nach den Regeln einer Bühneninszenierung agiert und Erkenntnisgewinn durch Erregung von Schauder, Furcht und Jammer provoziert, um mit der Bewirtschaftung von Gefühlen gleichzeitig auf das eigene bescheidene Ich aufmerksam zu machen.
Den Vogel abgeschossen hat ...