Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán tourt derzeit durch Europa, um dieses, wie er meint, in der Flüchtlingspolitik zur Vernunft zu bringen. Nachdem die Europäische Kommission zwei Entwürfe für eine Reform der Asylpolitik vorgestellt hat, die einen weiteren Kompetenzverlust der Nationalstaaten sowie die Aufnahme und EU-weite Verteilung von Flüchtlingen vorsehen, kontert Orbán mit einem eigenen Vorschlag namens «Schengen 2.0». Es ist das genaue Gegenteil dessen, was der EU-Kommission (und der deutschen Regierung) vorschwebt.
Orbán will nicht das Asylsystem «europäisieren», sondern den Grenzschutz. Die Staaten der Schengen-Zone sollen demnach verpflichtet werden, ihre Grenzen ...