Der polnische Künstler Artur Zmijewski legt den Finger auf wunde Punkte. Dabei agiert er mit einer an Brutalität grenzenden Unerbittlichkeit, die bisweilen schwer zu ertragen ist. Er lichtet unbekleidete Behinderte ab oder lässt Menschen nackt in den Gaskammern eines ehemaligen Vernichtungslagers rumalbern. Er fordert polnischstämmige Israelis dazu auf, ihm nationalistische Lieder aus der Heimat (aus der sie einst vertrieben wurden) vorzusingen, und er bringt einen Auschwitz-Überlebenden dazu, sich seine verblassende Lagernummer beim Tätowierer auffrischen zu lassen.
Von gesellschaftlichen Tabus und nationalistischen Phobien fühlt sich Zmijewski magisch angezogen, und von politischer ...