Die Schulmädchen haben sich verirrt. Üblicherweise meidet man für Klassenausflüge diesen Ort, denn die kleinen Steinfiguren im Hase-dera-Tempel in Kamakura, eine Stunde südlich von Tokio, stehen für abgetriebene Föten und totgeborene Kinder. Es sind Hunderttausende.
Oft kommen die betroffenen Frauen am Jahrestag vorbei und kleiden sie in Puppenröcklein oder rote Tücher. Manchmal hängen sie ihnen Kettchen um den Hals. In einem Land, in dem die Pille sehr schwer und erst seit ein paar Jahren erhältlich ist, bleibt die Abtreibung die gängigste Methode zur Geburtenkontrolle. Verhütung wird in Japan kleingeschrieben.
...