Keith Jarrett ist ein Mann mit vielen Widersprüchen und ein Musiker mit vielen Facetten. Oft setzen sich diese erst aus Distanz zu einem Ganzen zusammen – so wie gute Malerei sich erst von einem entfernten Standpunkt aus als solche erkennen lässt, und zwar nicht nur im Fall eines pointillistischen Tableaus. Er inszenierte die Solokonzerte, die ihn, seit dem zum Kultstück avancierten «The Köln Concert», jenseits der im Jazz üblichen Grössenordnungen zu einem Star machten, als eigentliche Rituale der Selbstverwirklichung. Sie waren spirituelle Séancen der künstlerischen Offenbarung und liessen solchen virtuosen Selbstentäusserungen und Entgrenzungen (durchaus Fortsetzungen des rom ...