Wie kann ein Mensch, sonst durchaus bei Verstand, eine Million Dollar hingeben für das winzige (10,5 · 7,9 cm) Bildchen «Chez Mondrian» des ungarischen Fotografen André Kertész? Will er seine Kinder enterben? Glaubt er allen Ernstes an die reinigende Kraft des Guten, Schönen und Wahren? Will sich der Geldsack ein nobles Sozialprestige erkaufen? Ist er sinnlos benebelt von der Macht des Schönen?
Das Schöne ist ein weitgehend leeres Versprechen. Behauptet jedenfalls Winfried Menninghaus. Zwar handelt sein geistreiches Buch – «Das Versprechen der Schönheit» – weniger vom Kunst- als vom Körperschönen, von Pfauenmännchen und Modeweibchen. Dabei ist er jedoch – mit Darwin und ...