Herr Stamm, sind Sie so traurig wie Ihre Texte?Eigentlich bin ich ein fröhlicher Mensch.
Aber liest man Ihre Texte, auch Ihre neuen Erzählungen, kommen einem die Tränen. Es ist immer alles so tragisch.Das Tragische gefällt mir, weil es mehr Nähe ermöglicht als das Komische, es ist viel gegenwärtiger.
In Ihren Texten passiert äusserlich wenig.Ich mag Geschichten, in denen nicht viel passiert. Es gibt eine von Ernest Hemingway, «Big Two-Hearted River», wo einer am Fluss zeltet, angelt, Fische brät und sich die Zunge am heissen Kaffee verbrennt. Und von Cesare Pavese gibt es einen Text, der heisst «Nackt», da geht ein Mann einfach in einen Weiher baden. Dann kommt eine Frau vorbe ...