Immer wenn in Österreich bekannt wird, dass katholische Priester wieder einmal ihren Sexualtrieb nicht in Zaum halten konnten, klingelt bei mir das Telefon. Nach den aktuellen Vorfällen im Priesterseminar von St. Pölten war es wieder einmal so weit. Ich bin nicht ganz unschuldig daran, dass ich zu diesem besonderen Status kam.
Im Jahre 1995 wurde der damalige Wiener Kardinal und Erzbischof Hermann Groer beschuldigt, er habe sich, als er noch Erzieher in einem Klosterinternat war, an Zöglingen sexuell vergangen. Ich las die Beschuldigungen und wusste, dass sie stimmten. Ich war selbst in jungen Jahren mit der Sexualität von Priestern in Berührung gekommen. Diese nebelige Atmosphäre, in ...