Nur ein ausgetretener beiger Turnschuh, der achtlos auf dem sandigen Boden liegt, eine angesengte Wolldecke und Brandflecken am Tatort erinnern noch an das brutale Drama. Hier, im Zentrum von Ramaphosa, einem der ärmsten Viertel von Johannesburg, wurde Ernesto vom schwarzen Mob bei lebendigem Leib verbrannt. Weil er Ausländer war. Hätte der Fotograf Simphiwe Nkwali an diesem 18. Mai die Bilder vom brennenden Mann nicht aufgenommen, wüsste heute niemand etwas vom grausamen Lynchmord am schwarzen Fremdarbeiter aus Moçambique. Nkwali war wie in Trance, fotografierte, ohne nachzudenken. «Ich roch nicht einmal den Geruch des brennenden Fleisches», erinnert er sich, während er mich zum Tat ...