Sein Leben ist eine Aneinanderreihung von Katastrophen. Bis er sich dank der Literatur aus der Spirale des Unglücks befreien kann. Er habe nur die Wahl gehabt, zu schreiben und «im Geistigen weiterzuleben [. . .] oder zugrunde zu gehen, und zwar buchstäblich, im Laufe weniger Jahre», notierte Meinrad Inglin im Herbst 1944 in sein Tagebuch. Dass dies auf andere radikal und vielleicht sogar etwas übertrieben wirken musste, ist ihm freilich bewusst. Ein paar Monate später, am 1. Juli 1945, beginnt er mit der Niederschrift seines autobiografischen Romans «Werner Amberg. Die Geschichte seiner Jugend». Es ist der Schlüsselroman zu seinem Leben und aus heutiger Sicht eines se ...