Er ist der mit Abstand ungewöhnlichste Filmemacher: der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson (43). Wohlgemerkt: Paul Thomas, nicht Paul W. S. Anderson («Resident Evil») oder Wes Anderson («Moonrise Kingdom»). Paul Thomas hat zwischen 1996 und 2012 sechs Filme gedreht, von denen jeder, wie etwa «Magnolia» (1999) oder «There Will Be Blood» (2007), von bohrender Intensität ist; und zwar von einer Kompromisslosigkeit, die es im US-Film nicht mehr gibt. Anderson ersinnt Figuren, häutet sie und dringt in ihre Seelengehäuse; dann schiebt er sie so lange hin und her, bis die Moral herauskommt, die er aufzeigen wollte. Paul Thomas ist ein Seelen-Vivisekteur. Sein ...