Man weiss es von Lottogewinnern: Abrupter Erfolg kann enorme Probleme bringen. Auf die Euphorie folgt der Seelenstress, die Neider lauern, den Glücklichen rüttelt es kräftig durch. Auf Andrea Maria Schenkel lasteten die Erwartungen im Hinblick auf ihren zweiten Krimi schwer. Mit dem letztes Jahr erschienenen, recht stimmigen Erstling «Tannöd» um einen Mehrfachmord auf einem Bauernhof hatte die 45-jährige Deutsche, wie man so schön sagt, abgeräumt: gut 250 000 Exemplare verkauft, grosse Krimipreise eingeheimst, Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste gestürmt.
War «Tannöd» ein Zufallstreffer? Ist Schenkel ein One-Hit-Wonder? Und ist sie dem Druck der Medien, der Branche, der Leser ...