Da ist diese Lotte. Eine Frau, aber nicht irgendeine. Für den jungen Werther ist sie ein Ereignis, das seinem Leben, und bald schon ahnt er es, eine tragische Wende geben wird. Sie, die ihn taumeln lässt, an deren «schwarzen Augen» er sich weidet, angezogen von den «lebendigen Lippen» und den «frischen, munteren Wangen» und dem «herrlichen Sinn ihrer Rede». Natürlich muss es so beginnen, natürlich braucht es den grossen Überschwang, die beinahe ins Närrische schwappende Schwärmerei. Nach Tagen des Glücks, dem Himmel so nah, zieht nach und nach Finsternis ein. Lotte ist einem anderen versprochen, sie vermählt sich mit ihm, und Werther, der sich der Verzweiflung immer me ...